Am 20. September findet das 3. Eduard-Lucasfest auf der Pomologie statt

Ein Genussmarkt lädt die Streuobst-Szene und alle Interessierten zum Stelldichein!

Sowohl die Obstverwertung und edle Produkte als auch die Wiesen- und Baumpflege wird beim diesjährigen Lucasfest eine Rolle spielen! Der Förderverein Eduard-Lucas-Haus e.V. präsentiert sich und seine Aktivitäten rund um die Belebung und Renovierung des Lucas-Hauses! Das Fest bildet den Rahmen zur Verleihung der Eduard-Lucas-Medaille durch den Verein zum Erhalt alter Obstsorten „Rettet die Champagner Bratbirne“. Im Anschluss wird es ein tolle Kinderprogramm geben mit einer Streuobst-Olympiade und natürlich darf bei diesem Anlass auch eine Sortenausstellung und Sortenbestimmung durch unseren Landespomologen Hans-Thomas Bosch nicht fehlen.

Mehr dazu hier im Flyer!

Pomologie – Machbarkeitsstudie zur Sanierung vorgestellt

Das Eduard-Lucas-Haus soll erhalten und saniert werden. Darüber waren sich bei einem Pressegespräch Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck sowie Vertreter des Fördervereins Eduard-Lucas-Haus und des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen einig. Bei der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie zeigten sie sich überzeugt, dass dieses Vorhaben auch gelingen könne. Voraussetzung sei dazu allerdings, dass die Kosten von rund 1,8 Millionen Euro aufgebracht werden. Die Idee zur Erhaltung des Gebäudes war schon 2010 aufgeworfen worden, als das 150-jährige Jubiläum des Pomologischen Instituts gefeiert wurde. Gegründet hatte diese »private Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie« im Jahr 1860 ebendieser Eduard Lucas in Reutlingen, damals vor den Toren der Stadt. Davon berichtete Ulrich Schroefel, Vorsitzender des vor einem Jahr gegründeten Fördervereins Eduard-Lucas-Haus.

»Die Bedeutung des Reutlinger Instituts reichte weit über Deutschland hinaus, bis nach Norwegen und nach Afrika«, unterstrich der OB. Dass die GWG als Eigentümer des Lucas-Hauses 2019 wieder Wohnungen dort einrichten wollte, »habe ich zu dem Zeitpunkt sofort gestoppt«, sagte Thomas Keck. Er betrachte das Haus als »Kleinod, als wichtigen Mosaikstein für die Bundesgartenschau im Jahr 2039« – und über Mittel für die Buga soll die Sanierung auch größtenteils finanziert werden. Rund 1,8 Millionen Euro werde die Instandsetzung des Gebäudes kosten, führte Architekt Albert Hörz vom Büro Riehle Koeth aus, das zusammen mit dem Büro Kohl & Partner die Machbarkeitsstudie erstellt hatte. Der Betrag von fast zwei Millionen Euro umfasse allerdings rein die Sanierungskosten für das von der Pomologie ebenerdig erreichbare Erdgeschoss und das darüber liegende Obergeschoss des Gebäudes, so Hörz. Dach, Elektro, Heizung, eine Fluchttreppe – das seien die wichtigsten Arbeiten, um die beiden Stockwerke zu ertüchtigen. Entstehen soll dort ein »Informations- und Bildungszentrum«. Ausstellungen zum Leben und Wirken von Eduard Lucas sollen zu sehen sein. »Offene Büros werden Möglichkeiten und Begegnungen von Streuobst-Akteuren bieten«, so Schroefel. Geplant sei, im Erdgeschoss eine Küche zu installieren, ein Streuobst-Café mit Produktverkauf und möglicher Außenbewirtung.

Dazu kommen Räume für eine Dauerausstellung, aber auch für Wechselausstellungen. Ein Besprechungsraum und ein »Streuobstlabor« als »kreativer Raum für Workshops und Aktivitäten« sollen ebenfalls entstehen. In dem »Labor« soll ein ganz wichtiges Ziel des Projekts verfolgt werden, nämlich die Jugend für die Ziele der Pomologie und der Streuobstwiesen zu begeistern, wie Ralf Röckel aus dem Vorstand des Fördervereins betonte.

»Der Knackpunkt bei der Sanierung des Gebäudes sind aber die beiden übereinanderliegenden Keller«, betonte Hörz. In dem untersten Gewölbekeller, der einst als Bierkeller einer Gartenwirtschaft diente, befindet sich eine Quelle. Außerdem dringe »permanent Hangwasser« ein. »Die beiden Keller leiden«, so Hörz. Weil das Gebäude der GWG gehöre, sei sie auch für die Sanierung der Keller zuständig. »Das Gewölbe des unteren Kellers kann, nach heutigem Kenntnisstand, nur nach dem Abbau des oberen Gewölbekellers saniert werden«, ist in der Machbarkeitsstudie zu lesen. Das Sichern des Mauerwerks über der Quelle sei bereits durchgeführt worden: »Das Mauerwerk kann wieder Lasten ableiten.«

35.000 Euro hat die Machbarkeitsstudie gekostet, 70 Prozent hat das Biosphärengebiet finanziert, wie Tobias Brammer erläuterte. »Streuobst und dessen Schutz ist ein extrem wichtiges Thema«, so der stellvertretende Leiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet beim Tübinger Regierungspräsidium. Im Zusammenhang mit der Buga 2039 sei das Eduard-Lucas-Haus »ein Pfund, mit dem man punkten kann«, so Brummer.

Die Bürgerstiftung hatte einen Betrag von 5.000 Euro zur Machbarkeitsstudie zugeschossen, wie Karl-Heinz Walter ausführte. Weitere 5.000 Euro wurden laut Schroefel durch zusätzliche Spender gefunden. Die Begeisterung unter den Anwesenden beim Pressegespräch war jedenfalls groß, dass dieses Projekt »Eduard-Lucas-Haus« gelingen wird. Oder wie es Ralf Röckel ausdrückte: »Wir werden Eduard Lucas aus dem Schlaf wieder wachküssen.« 

Redakteur Norbert Leister 

Lehrfahrt in die Ortenau zur Spezial-Obstbaumschule Kiefer und zur innovativen Schwarzwald-Brennerei Wild

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Obstbaues und lebendiger Kulturlandschaft,

die FV-O und der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine (KOV) laden alle Interessierten ein zur ganztägigen Lehrfahrt in die Ortenau:

am Montag, den 08.06.2026
Anmeldebogen mit Abfahrtszeiten findet ihr HIER.

Wir besuchen die Baumschule Kiefer, die nicht nur das ganze Steinobstsortiment abdeckt, sondern seit Jahren auch in der Züchtungsarbeit tätig ist. Hier werden alle Arten von Obstgehölzen und Beerensträuchern auf verschiedenen Baumformen und Unterlagen für den professionellen Obstbau im gesamteuropäischen Raum produziert. Uns führt Erich Kiefer und teilt sein umfassendes Wissen!
Seit 1980 arbeiten Hohenheim und Kiefer eng zusammen – daher sind alle Züchtungen von Walter Hartmann hier vertreten. Auf 20 ha wird Pflanzware produziert, ein Versuchsgarten Steinobst ist 2 ha groß und neben klassischem Obst-bau mit Beeren und Reben dabei haben sie auf 0,5 ha auch exotische Früchte – die neuen Arten! Was ist wohl Erich Kiefers Einschätzung, welche neuen Arten für die Streuobstwiesen geeignet sind?
Die Baumschule pflegt gute Kontakte zum Bayerischen Obstzentrum von Dr. Neumüller und prüft Neuzüchtungen auch von artevos für den Markt.
Die Vielfalt macht schon wieder Lust auf die nächste Pflanzsaison und der Sortenkatalog ist eine feine Wissenssammlung. Äpfel werden hier auch schon auf der neuen, triebsuchtresistenten Unterlage D 22/12 veredelt – wie positioniert er sich zum Thema Birnenverfall und Virutherm 2? (www.kiefer-obstwelt.de)

Nach der angekündigt umfangreichen Führung durch verschiedene Quartiere der Baumschule gehen wir zur Stärkung zum Mittagstisch in die nahegelegene Marktscheune (Selbstzahler). Diese bündelt die Produkte aus der nächsten Umgebung mit Focus auf regionale Qualität in ihrem Bauernmarkt und wechselndem Tagesessen. (www.markt-scheune.com)
Am Nachmittag wenden wir uns der anderen Form von Veredelung zu – der Destillation der Aromen aus dem Obst. Die Brennerei Wild ist Traditionsbrennerei seit 1855 und baut das veredelte Obst größtenteils selber an. Zitat: „Einzigartig ist das historisch gewachsene Lagenportfolio der uralten Streuobstwiesen, welche die Grundlage bilden für hocharomatische, charaktervolle Edelbrände.“ Welche Erfahrungen sie beim Obstbau machen, auf den Grenzertragslagen, also auf landwirtschaftlich weniger guten Böden am Schwarzwaldrand, dürfen wir mit Spannung erwarten. Klar ist: an der Westflanke des Schwarzwaldes sind ergiebige Jahresniederschläge (noch) die Regel. Wie stellen sie sich für die Zukunft auf?

Ihr Selbstverständnis ist charmant: „Um etwas Besonderes zu schaffen genügt es nicht, alles nach Lehrbuch zu machen. Unsere Brenner lieben die Extreme, suchen die Herausforderung und gehen bei der Suche nach dem Besten gerne das Risiko ein, das auch mal was schief geht.“ Spannend ist es, dass sie mit Spontangärung arbeiten und hier sehr gute Ergebnisse erzielen – diese werden wir natürlich auch in der Verkostung prüfen können! Es ist ihr erklärtes Interesse, ihr Wissen weiterzugeben und das dürfte sicher auch einige von euch interessieren! Ein sehr breites Produktspektrum weckt die Neugierde!

Im Anschluss an die Brennerei-Führung nehmen wir auf der Terrasse der Brennerei unser traditionelles, reichhaltiges  Vesper vor der Heimfahrt ein.

Wir freuen uns auf einen fachlich reichhaltigen Tag und den gemeinsamen Ausflug!

Mit besten Grüßen,        

die Fachvereinigung Obstbau im Landkreis Reutlingen

Einladung zur Jahreshauptversammlung der Fachvereinigung Obstbau, 26.02.26

Am Donnerstag den 26.02. treffen sich interessierte und engagierte Obstbauern, Fachwarte und Kulturlandschaftspfleger zur Versammlung der Fachvereinigung Obstbau
im Feuerwehrhaus Metzingen-Neuhausen.
Um 19:00 Uhr beginnt der offizielle Teil, ab 18:30 treffen wir uns zum Angebot des OGV Metzingen, der ein Abendvesper vorbereitet und hoffentlich leergekauft wird.
Für den Fachvortrag begrüßen wir Mitglieder und Fachreferenten aus der Umgebung zu spannenden aktuellen Themen: Mistelbekämpfung, Pflanzenkohle und ein diesbezügliches Mitmach-Projekt (citizen-science) sowie das Thema „Affoltern – Sämlinge von besonders robusten Altbäumen“ zum Einsatz als Unterlagen.
Im Abschnitt „Vereinsinternes“ werden wir das Programm der Fortbildungen und Veranstaltungen für das laufende Jahr vorstellen!

Gäste sind wie immer herzlich willkommen!

Einladung zum 1. Streuobst-Stammtisch 2026

Liebe Freunde des gepflegten Obstbaus, der heimischen Kulturlandschaft und

des Eduard-Lucas-Hauses,

am 25.02.26 findet der erster Streuobststammtisch 2026 des Förderverein Eduard Lucas-Haus statt.

Wir treffen uns um 16.00 Uhr im Bereich des Gewächshauses/Glashauses vor dem ehemaligen Institutsgebäude auf der Pomologie in Reutlingen. (gleich neben dem „Dreiseitlbrunnen“ siehe Bild im Anhang)

Es wird keine Baumschnittunterweisung im klassischen Sinn geben, sondern wir werden uns gemeinsam mit Markus Zehnder, dem Kreisfachberater des Zollernalbkreis i.R. über aktuelle Erkenntnisse zum Obstbaumschnitt  und der Streuobstwiesenpflege (auch Misteln) unterhalten, diskutieren und fachsimpeln und auch praktische Beispiele anschauen. Markus Zehnder wird uns aber auch von Spuren des Wirkens von Eduard Lucas im Raum Balingen berichten. Da gibt es ein paar spannende Dinge zu hören, zum Beispiel über den sogenannten Joserapfel und was es damit auf sich hat. Und vieles mehr, lassen wir uns überraschen!

Alle interessierten Streu-Obstbauern, Gütlesbesitzer, Fachwarte und geschichtlich am Obstbau Interessierte sind herzlich eingeladen. Im Anschluss an die praktische Führung können wir uns im Kaffeehäusle noch bei einem kleinen Vesper zusammensetzen und uns weiter austauschen.

Die Veranstaltung ist gut über den Busbahnhof mit öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen. Parkmöglichkeiten gibt es im Parkhaus Pomologie in der Alteburgstraße.

Streuobstwiesen-Brunch im OGV

Informativer Wald- und Wiesenspaziergang mit Regine Erb, Regionaler Brunch im OGV-Häusle, Informationen und Honigverkostung mit der Imkerin Birgit Wester aus Reutlingen, Kosten: 25,00 €, Anmeldung unter